Auf jedem Karton stehen drei Zahlen. Zwei davon sind dieselbe – und die dritte sagt etwas ganz anderes aus, als die meisten annehmen. Nachgerechnet an den 12 Pumpen dieses Vergleichs.
Fördermenge in Litern pro Stunde, Druck in bar, Förderhöhe in Metern: Diese drei Angaben stehen bei praktisch jeder Gartenpumpe auf der Verpackung, und sie werden meist als drei getrennte Qualitätsmerkmale gelesen – je größer, desto besser. Rechnet man sie über die 12 Pumpen dieses Vergleichs durch, bleibt von dieser Lesart wenig übrig. Zwei der drei Zahlen sind dieselbe Information in unterschiedlicher Einheit, und die beiden verbleibenden unabhängigen Werte hängen kaum miteinander zusammen. Was das für die Kaufentscheidung bedeutet, steht unten – mit den Zahlen, aus denen es folgt.
Der auffälligste Befund braucht keine Statistik, nur einen Taschenrechner. Bei allen 12 Pumpen im Vergleich gilt exakt: Förderhöhe = Druck × 10. Ohne eine einzige Ausnahme, ohne Rundungsabweichung:
3,5 bar → 35 m · 3,6 bar → 36 m · 4,2 bar → 42 m · 4,5 bar → 45 m · 4,6 bar → 46 m · 5,0 bar → 50 m
Das ist keine Marketingmasche, sondern Physik: Eine Wassersäule von zehn Metern erzeugt an ihrem Fuß rund ein bar Druck. Wer eine Pumpe hat, die Wasser zehn Meter hoch drückt, hat damit automatisch eine Pumpe, die ein bar aufbaut – es sind zwei Schreibweisen für dieselbe Eigenschaft. Die Hersteller geben beides an, weil beides gebraucht wird: Meter, wenn man an eine Höhe denkt, bar, wenn man an einen Regner denkt.
Bleiben zwei unabhängige Zahlen. Die naheliegende Annahme wäre, dass sie miteinander wachsen: eine stärkere Pumpe bewegt mehr Wasser und baut mehr Druck auf. Über dieses Feld stimmt das nur schwach. Die Korrelation zwischen Fördermenge und Druck liegt bei 0,45 – ein erkennbarer, aber weit von eindeutig entfernter Zusammenhang. Die Fördermenge reicht von 2.800 bis 5.000 l/h, der Druck von 3,5 bis 5,0 bar, und die beiden Enden fallen nicht zusammen.
Am deutlichsten wird es an den Pumpen, die in die eine oder andere Richtung ausreißen. Viel Wasser, wenig Druck:
Und umgekehrt – wenig Wasser, viel Druck:
Am schärfsten steht dieses Paar gegeneinander: Die LANCHEZ 4600 l/h Gartenpumpe bewegt 1.800 l/h mehr als die T.I.P. Garten-Jet 750 Gartenpumpe – und baut dabei 0,6 bar weniger Druck auf. Wer nur auf die l/h-Zahl schaut – die größte und plakativste Zahl auf jedem Karton – trifft damit keine Aussage darüber, ob seine Sprinkler laufen werden.
Die Fördermenge entscheidet, wie viele Verbraucher gleichzeitig laufen. Sie ist das Wasservolumen, das die Pumpe pro Stunde überhaupt bewegen kann, und dieses Volumen teilt sich auf alles auf, was gleichzeitig geöffnet ist. Zwei Regner an einer Pumpe bekommen jeder etwa die Hälfte. Genau deshalb übersetzen Hersteller die Fördermenge in ihren Datenblättern gern in eine Zahl gleichzeitig versorgbarer Beregner – das sind Herstellerangaben und keine eigenen Messungen, aber sie beschreiben genau diese Größe.
Der Druck entscheidet, wie weit und wie hoch das Wasser kommt. Zwei Dinge zehren daran: der Höhenunterschied zwischen Pumpe und Auslass und die Reibung im Schlauch. Der Höhenanteil lässt sich exakt ausrechnen, weil er nur von der Höhe abhängt – zehn Meter kosten ein bar:
Was danach am Regner ankommt, ist noch weniger, denn die Reibung im Saug- und Druckschlauch kommt oben drauf. Wie viel das ist, hängt an Länge, Durchmesser und Zahl der Bögen – dafür liegen uns keine Messwerte vor, und wir nennen deshalb bewusst keine Zahl dafür. Sicher ist nur die Richtung: Der ausgerechnete Restdruck ist eine Obergrenze, nie der tatsächliche Wert. Rasensprenger und Viereckregner drehen erfahrungsgemäß erst ab rund zwei bis vier bar sauber – bei acht Höhenmetern und einer Pumpe am unteren Ende des Felds wird es damit knapp.
Sortiert nach Fördermenge. Die Spalte Förderhöhe ist rechnerisch überflüssig – sie steht hier, damit Befund 1 Zeile für Zeile nachprüfbar ist.
| Pumpe | Fördermenge | Druck | Förderhöhe | Leistung |
|---|---|---|---|---|
| LANCHEZ 5000 l/h INOX PRO | 5.000 l/h | 5,0 bar | 50 m | 1.300 W |
| T.I.P. GP 5000 INOX Gartenpumpe | 5.000 l/h | 4,5 bar | 45 m | 1.200 W |
| LANCHEZ 4600 l/h Gartenpumpe | 4.600 l/h | 3,6 bar | 36 m | 600 W |
| Güde GP 1045 E Gartenpumpe | 4.500 l/h | 4,5 bar | 45 m | 1.000 W |
| Gardena 4100 Silent Gartenpumpe | 4.100 l/h | 3,6 bar | 36 m | 550 W |
| Einhell GC-GP 6040 ECO Gartenpumpe | 4.000 l/h | 3,6 bar | 36 m | 600 W |
| Metabo P 4000 G Gartenpumpe | 4.000 l/h | 4,6 bar | 46 m | 1.100 W |
| Einhell GC-GP 6538 Gartenpumpe | 3.800 l/h | 3,6 bar | 36 m | 650 W |
| Güde GP 6035 Gartenpumpe | 3.200 l/h | 3,5 bar | 35 m | 600 W |
| Gardena Gartenpumpe 3000/4 Basic | 3.000 l/h | 3,5 bar | 35 m | 600 W |
| T.I.P. GP 3000 INOX Gartenpumpe | 2.950 l/h | 4,2 bar | 42 m | 550 W |
| T.I.P. Garten-Jet 750 Gartenpumpe | 2.800 l/h | 4,2 bar | 42 m | 600 W |
An der letzten Spalte lässt sich nebenbei ablesen, wie wenig die Wattzahl über die beiden anderen Werte verrät. Ausführlich steht das im Ratgeber Welche Leistung brauchst du wirklich?; wie wir die Daten erheben und gewichten, steht unter Wie wir bewerten.
Drei Zahlen beschreiben, was die Pumpe auf der Druckseite leistet. Sobald das Wasser tiefer steht als die Pumpe – Zisterne, Brunnen, tiefer liegender Teich – kommt eine vierte dazu, die keine der drei ersetzt: die Ansaughöhe. Im Vergleich verteilt sie sich auf drei Pumpen mit sieben Metern, sechs Pumpen mit acht Metern und drei Pumpen mit neun Metern.
Diese Werte sind Herstellerangaben unter günstigen Bedingungen. Physikalisch liegt die Grenze bei Normaldruck bei rund zehn Metern, weil das Wasser nicht gezogen, sondern vom Luftdruck hineingedrückt wird; praktisch bleibt davon nach Reibung und Undichtigkeiten weniger übrig. Eine Angabe von neun Metern ist deshalb kein Versprechen, sondern ein Bestwert – und anders als Fördermenge und Druck lässt sich ein zu knapper Wert hier durch nichts ausgleichen. Was das im Detail bedeutet, steht im Ratgeber Ansaughöhe verstehen.
Praktisch ja. Zehn Meter Wassersäule entsprechen rund einem bar. Bei allen 12 Pumpen im Vergleich ist die angegebene Förderhöhe exakt der zehnfache Druckwert, es sind also zwei Schreibweisen für denselben Wert.
Die Fördermenge in Litern pro Stunde. Sie sagt, wie viel Wasser die Pumpe überhaupt bewegen kann, und teilt sich auf alle gleichzeitig geöffneten Verbraucher auf.
Nein. Über die 12 Pumpen im Vergleich liegt der Zusammenhang zwischen Fördermenge und Druck bei einem Korrelationswert von 0,45. Es gibt Pumpen mit 4.600 Litern pro Stunde und nur 3,6 bar und solche mit 2.800 Litern pro Stunde und 4,2 bar.
Rund ein bar je zehn Höhenmeter. Liegt das Beet acht Meter über der Pumpe, bleiben von 3,5 bar rechnerisch 2,7 bar übrig, bevor die Reibung im Schlauch überhaupt berücksichtigt ist.
Sie ist eine vierte, unabhängige Zahl und zählt, sobald das Wasser tiefer steht als die Pumpe. Im Vergleich sind sieben bis neun Meter angegeben; physikalisch liegt die Grenze bei Normaldruck bei rund zehn Metern.
Im Vergleich stehen Fördermenge, Druck, Förderhöhe, Ansaughöhe und Leistung jeder Pumpe direkt nebeneinander – sortier- und filterbar.